REVaMP²

Montag, 06. Februar 2017 um 10:20 Uhr

Die Arbeitsgruppe SSE hat im Dezember 2016 ihre Arbeit an dem ITEA-Projekt "REVaMP²" aufgenommen. Ziel des Projekts ist die automatisierte Erstellung von Software Produktlinien basierend auf bereits existierenden Produkten.

Die Softwareproduktlinienentwicklung ist ein Bereich des Software Engineerings, welcher sich der effizienten Entwicklung einer Produktfamilie widmet. Dabei teilen sich die Produkte einer Produktlinie eine gemeinsame Basis, grenzen sich aber auch durch individuelle Funktionalitäten voneinander ab. Durch eine hohe Wiederverwendung der gemeinsamen Artefakte über die verschiedenen Produkte hinweg soll die Qualität erhöht, Kosten gesenkt und die Entwicklungszeit stark verkürzt werden. Das Software Engineering Institute der Carnegie Mellon University führt hierzu Erfahrungswerte wie eine 10-fache Erhöhung der Qualität, Senkung der Produktionskosten um 60% und eine Reduzierung der Entwicklungszeit um bis zu 98% auf. Dem gegenüber steht ein erhöhter Investitionsaufwand zur Planung und Erstellung einer Software Produktlinie. So wird in der Praxis häufig anstelle der Softwareproduktlinienentwicklung noch immer auf „Clone and Own“ gesetzt. Dieses Prinzip lockt mit einer ebenfalls schnellen Erstellung von ersten Produkten, führt aber in der weiteren Entwicklung zu einem immensen Wartungsaufwand, da „geklonte“ Artefakte nicht systematisch und gemeinsam gewartet werden können.

Das REVaMP²-Projekt (Round-trip Engineering and VAriability Management Platform and Process) adressiert dieses Problem und entwickelt Lösungen um die Einführung einer Software Produktlinie basierend auf bereits existierenden Produkten zu vereinfachen. Insgesamt beteiligen sich 31 Partner aus 6 Ländern über eine Dauer von 3 Jahren mit einer Gesamtfördersumme von rund 22 Millionen Euro an dem Projekt. Mit vertreten sind große Industriepartner wie ABB, Bosch, Saab, Scania und Siemens, aber auch namenhafte Forschungspartner wie die University Pierre and Marie Curie, University of Gothenburg, das Forschungszentrum Informatik, Université Paris 1 Panthéon Sorbonne und die Stiftung Universität Hildesheim.

Die Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ um Prof. Dr. Klaus Schmid arbeitet an Methoden und Techniken, zur Unterstützung der Erstellung einer Software Produktlinie basierend auf existierenden Produkten aber auch zur frühzeitigen Erkennung von evolutionsbedingten Abweichungen zwischen der geplanten und der realisierten Produktlinie. Letzteres hat entscheidenden Einfluss auf die Qualität und den damit verbundenen Aufwand der Softwareproduktlinienentwicklung und soll darüber hinaus verhindern, dass sich die gemeinsame Software Produktlinie wieder hin zu getrennt gewarteten Einzelprodukten zurück entwickelt.

Zum Auftakt trafen sich Vertreter aller Partner vom 17.01.2017 bis zum 18.01.2017 an der University Pierre and Marie Curie zur Koordination und Planung des ersten Forschungsjahrs.

 

Laufzeit: 3 Jahre

Kontakt: Prof. Dr. Klaus Schmid, schmid(at)sse.uni-hildesheim.de

Das REVaMP²-Projekt wird im Rahmen des ITEA3-Programms mit ca. 22 Mio. Euro gefördert.